Wer ist hier der Fuchs?

„Wer hat bei der Schlichtung durch Heiner Geißler gewonnen?“ So fragt SPIEGEL ONLINE keine zwei Stunden nach dem Ende der Pressekonferenz und kommt zu einem phantasievollen Schluss: Der wahre Fuchs in dem ganzen Prozess sei nicht etwa Heiner Geißler, sondern Stefan Mappus, der seine Gegner in eine strategische Falle gelockt und ihnen mit dem Schlichterspruch die Möglichkeit genommen habe, weiter lautstark gegen Stuttgart 21 zu protestieren, wenn sie sich nicht ins politische Abseits manövrieren wollen. Ich glaube, schlechter kann man das Ergebnis der Schlichtung nicht zusammenfassen.

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Ignoranz erzeugt Wut

Ein natürlicher Nachteil der Demokratie ist, dass sie denen die Hände bindet, die es ernst mit ihr meinen.
Václav Havel

In diesen Zeiten, in denen die Tage dahinfliegen und der Zeitverlust die Einsicht in eigentlich klare Verhältnisse trübt, nehme ich den Weg unter die Räder und fahre ins schöne Vorarlberg. Der Weg könnte kürzer sein, aber die Vorfreude lässt die Verstimmung der Woche mit zunehmender Entfernung zu Stress und Hektik abklingen. Entlang der Strecke, auf der in ferner Zukunft vielleicht einmal der ICE mit artgerechter Geschwindigkeit nach Ulm fährt, kreuzen ein paar Baustellen meinen Weg, kleine Baustellen, jedenfalls im Vergleich zu jenen, die anderen Ortes geplant sind. Der Motor summt, während die Straßen leerer werden, und nach zwei Stunden erscheinen die Berge des Bregenzer Waldes zu meiner Linken und das Massiv des Säntis zu meiner Rechten. Irgendwo haben sie einen Berg zugunsten der Rheintal-Autobahn großzügig in zwei Teile gesprengt, denn auch in Österreich beherrscht man die Kunst, sich die Natur untertan zu machen und dem Fortschritt in Gestalt höchst effizienter Mobilität den Weg zu bereiten.

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Warum ich ein zwiespältiges Verhältnis zu #undallesoyeaahh habe.

Am vergangenen Freitag gegen Abend demonstrierte die digitale Avantgarde wieder einmal eindrucksvoll, wie sich in vernetzten Strukturen Informationen rasant verbreiten und wie von selbst zu Aktionen (Flashmob) führen, die wiederum ihren Weg in die Blogs, in die Videoplattformen und zum Schluss auch in die klassischen Online- und Broadcast-Medien finden. Wer den Hashtag #undallesoyeaahh wahrgenommen hat, kennt das Thema. (Wer es nicht kennt, bitte mal bei Twitter nachschauen.)

Das alles ist sehr beeindruckend, es zeigt einmal mehr, welche Geschwindigkeit die vernetzte Online-Welt aufnehmen kann und wie sich zwischen der offline-Welt und der online-Welt Verbindungen herstellen lassen. Gerade diese Verbindungen zwischen online und der Welt "da draußen" sind natürlich außerordentlich aufregend: Nicht nur die Geschwindigkeit, in der sich eine Kampagne entwickeln kann, lässt manchen Marketing-Chef grün vor Neid werden: es sind gerade die funktionierenden Übergänge zwischen offline und online, die schon oft als Ziel integrierter Kommunikationskampagnen ausgerufen und doch nur selten realisiert wurden.

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